random insanity

Der perfekte Augenblick

Ein Gedanke, der mich schon länger beschäftigt, den ich aber bisher nicht aufzuschreiben vermochte, ist, welche Bewandnis es mit "perfekten Momenten" hat und wann diese auftreten. Dass sie es tun, steht ausser Frage. Ich bin mir sicher (oder hoffe zumindest), jeder hat schonmal einen solchen Moment durchlebt, hat schonmal einfach nur die Augen schließen wollen und sich in der reinen Euphorie baden wollen, die ihn grade umspült.

 

Zunächst gilt es denke ich, herauszufinden, wodurch sich ein solcher perfekter Moment denn auszeichnet. Wie ist das Gefühl zu beschreiben? Im Speziellen ist es sicherlich vom jeweiligen Auslöser und gerade auch der Person, die es erlebt, abhängig. Was aber viele gemeinsam zu haben scheinen, ist das Gefühl, einfach losgelöst von der Welt und all ihren Problemen zu sein. Ein kleiner Augenblick in dem alles andere egal ist, in dem es einem einfach fast unbeschreiblich gut geht. Ein Moment in welchen man sich zurücklehnen kann.

 

Wie also kommt es dazu? Ein solcher Moment muss kein unfassbares Ereignis als Voraussetzung haben, den manche Leute als Gipfel des Glücks beschreiben, beispielsweise einen Lottogewinn, die Geburt eines Kindes oder eine lang ersehnte Beförderung. Muss nicht, kann aber sehr wohl, wenn die Prioritäten der betreffenden Person, der ein solcher Ereignis widerfährt, in diese Richtung gehen. Für die famileinorientierte Mutter ist die Geburt ihres ersten Kindes das höchste Glück, sodass sie einen soclhen Moment erlebt, der Vater freut sich (sollte er eben kein solcher Familienmensch in diesem Ausmaße sein) selbstverständlich auch. Aber er hat vielleicht nach der lang ersehten Gehaltserhöhung samt Beförderung einen solchen Moment erlebt, worauf seine Frau wiederum "nur" mit gemäßigterer Freude reagiert haben mag.

 

Generell denke ich aber, man darf und kann einen solchen Moment nicht erwarten oder durch Vorfreude herbeiführen, das ruiniert ihn meist im Gegenteil sogar. Wenn Erwartungen gestellt werden ist das Risiko immer allgegenwärtig, dass diese enttäuscht werden. Geht man nun von dem Ausmaß an Glück aus, welches ein solcher Moment beschert, so wäre eine ganz gewaltige Erwartungshaltung von Nöten und umso wahrscheinlicher ist es, dass diese enttäuscht wird. Nein, in den meisten Fällen entsteht ein solches Glücksgefühl, wenn viele, kleinere Freuden gleichzeitig oder in rascher Abfolge eintreten. Es kann beispielsweise die Freude über geschaffte Arbeit in Kombination mit einem netten Anruf, den man bekam, zusammen mit einem guten Essen und toller Musik sein. Alles an sich keine ungewöhnlichen - wenngleich erfreuliche - Dinge, aber im Zusammenspiel können sie für einen kleinen Moment der Euphorie sorgen. Solche Kombinationen sind der Grund warum sich perfekte Momente nur sehr schwer vorausahnen lassen  und warum sie uns trotzdem immer wieder im Alltag begegnen. Musik  ist beispielsweise bei mir ein sehr stark unterstützdender Faktor,  der immer großen Einfluss auf die Laune nehmen kann. Dies können bei anderen Menschen durchaus auch andere begünstigende Faktoren sein, aber jede Person hat ebensolche.

 

Als dritten Auslöer oder Möglichkeit sehe ich noch komplett aussergewöhnliche und ganz und gar nicht alltägliche Situationen, die auf den ersten Blick nichts mit Glück zu tun haben müssen. Mich überkam beispielsweise auf dem Dach, eines thailändischen Taxis, auf welches ich während der Fahrt geklettert war, wärhend es uns durch eine laue Regennacht kutschierte, ein so intensives Gefühl von Freiheit, dass ich  mir daraufhin einen Lebenswandel vornahm, der bis heute anhält. Einfach ein Moment, der einem die Augen öffnet, wofür auch immer. Dies sind wohl die persönlichsten Momente des Glücks, da sie auf ganz spezielle Auslöser im Inneren der jeweiligen Person abzielen. Diese sind daher für andere auch schwerer nachvollziehbar, was das jeweilige Glücksgefühl jedoch um keinen Deut schmälert.

 

Ich glaube ein Fazit muss ich euch allerdings schuldig bleiben, es scheint aber (glücklicherweise) in der Natur des Menschen zu liegen, dass er die Dinge hinterfragt, dass er wissen will, warum alles so ist, wie es ist. Daher einfach dieses Aufschreiben als "lautes Denken" um vielleicht ein bisschen deutlicher zu machen, was ich mit perfekten Momenten meine.

27.2.07 16:25

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


darkisy (2.3.07 14:48)
Ich glaube ich verstehe was du meinst, könnte das jetzt nur schwer aufschreiben wie ich es verstehe, aber ich meine es zu verstehen. Sehr interessante Aufführung deine Gerdanken auf jeden fall... ich mag es=)

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